Samstag, 20. Juni 2009

Mail an Jörg Tauss

Es ist ja nicht selten, dass ich mich hinter verschlossenen Türen zu politischen Dingen äussere. Nach dem gestrigen Beschluss und den heutigen Ereignissen rund um Internetzensur war es aber einmal Zeit, eine eMail an den Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss zu schreiben:


Sehr geehrter Herr Tauss,

ich kann Sie nur zu Ihrem Entschluss beglückwünschen und mich für Ihre Courage bedanken.

Zwar bin ich überzeugter CDU-Wähler. Ich würde mir aber mehr Abgeordnete Ihres Formats wünschen, die sich mehr ihrem Gewissen verpflichtet fühlen, als dem Parteivotum.

Und es beruhigt mich, dass es bspw. im Gegensatz zu Ihren Kolleginnen Vogt und Ferner, doch noch Politiker gibt, die genug Sachverstand besitzen, um nicht einfach nur parteitreu,
unreflektiert und ohne Hintergrundwissen einem Gesetz zuzustimmen, dass Kinderpornographie weder eindämmt noch verhindert, statt dessen aber der Grundstein für willkürliche, staatliche Zensur sein kann.

Lassen Sie sich nicht beirren und behalten Sie Ihr Bundestagsmandat - als "
Pirat" oder nur Ihrem Gewissen verpflichtet!

Ich finde es unglaublich, wie sich bspw. Politiker wie Frau Ferner (SPD) zum Thema äussern und nur auf Basis des Buzzwords "Kinderpornographie" für eine Zensur des Internets einsetzen und damit das Recht zur freien Informationsbeschaffung ad absurdum führen.

Kaum ist das eine Gesetz beschlossen, prüft die CDU eine mögliche "Sperre" für Gewaltspiele im Internet.

Jedem, der sich jetzt fragt, warum, empfehle ich, sich nochmal zu den Themen schlau zu machen. Insbesondere zu den einfachen Möglichkeiten, diese Internetsperren zu umgehen, zu der Frage, wer die Sperrlisten aufsetzt, prüft und verwaltet, wer die "Aufsetzer, Prüfer und Verwalter" eigentlich prüft, warum man versucht, Kinderpornographie im Internet zu verstecken (also unerreichbar zu machen), anstatt gegen die Betreiber der Seiten vorgeht und letztlich zum von den Politiker gern zitierten Thema "Kinderporno-Industrie" an sich.


Hintergrund zu Jörg Tauss, MdB
Rede von Jörg Tauss vom 18.06.09 gegen Internetzensur:



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